Viele offene Fragen


So hoffnungsvoll einen die im vorhergehenden Kapitel beschriebenen Handlungsmöglichkeiten auch stimmen mögen, auf dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen ist mehr als deutlich, wie schwer es sein wird, bis 2050 zu erreichen, dass die Industrieländer ihre Treibhausgasemissionen fast vollständig vermeiden.

Deutschland als vermeintlicher Vorreiter der Klimaschutzbemühungen hat sich vorgenommen, bis 2020 seine CO2-Emissionen um 40% gegenüber 1990 zu reduzieren. Dies Ziel hätte erreicht werden können, wenn die Emissionen ab 1991 jährlich um durchschnittlich 1,7% reduziert worden wären.




Der tatsächliche Erfolg der Bemühungen sieht allerdings anders aus. Erreicht wurde bisher eine durchschnittliche Reduktionsrate von 1,0% - und das nur wegen der Änderungen in der ehemaligen DDR-Industrie (1990/91) und wegen des Konjunktureinbruchs im Zusammenhang mit der Finanzkrise 2009.




Will man das Ziel bis 2020 noch erreichen, um das Ziel für 2050 nicht zu verfehlen, müssten die Emissionen ab 2014 bis 2020 jährlich um 3,6 % reduziert werden. Würde in 2014 aber noch einmal so viel wie in 2013 emittiert, müssten in den restlichen Jahren bis 2020 die CO2-Emissionen schon jährlich um 4,7% reduziert werden.




Dabei sollte man sich nicht vormachen, es gehe erst einmal um die Industrie, die handeln müsse. Nach Angabe des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (2014) verbrauchen die privaten Haushalte annähernd die Hälfte der Endenergie in Deutschland, den Großteil davon für Heizung und Warmwasser, mehr als ein Drittel für Autofahren und nur etwa 6% für elektrische Geräte. Die Industrie verbrauche ein knappes Drittel, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (GHD) ein Sechstel und der Verkehr ein gutes Zehntel. - Wir alle sind eindeutig mit im Boot.

Es braucht neue Impulse ... weiter